Reise in die Vergangenheit
"Seit unserer Schulzeit hat sich viel verändert"
"Seit unserer Schulzeit hat sich viel verändert"
Schweriner Altenheimbewohner auf Stippvisite in der katholischen „Niels-Stensen-Schule“Normalerweise hört man von Kindern, die alte Leute besuchen.Vier Bewohnerinnen des „Haus Weststadt“, eine stationäre Alteneinrichtung in Schwerin, drehten letzte Woche den Spieß um. Sie besuchten einen Vormittag lang die Mädchen und Jungen der „Niels-Stensen-Schule“ und reisten so in Gedanken noch einmal zurück in die eigene Schulzeit.
„Wer seid ihr, wo kommt ihr her, was macht ihr hier?“ Schon bei der Ankunft wurden die Damen von neugierigen Schülern umringt und ausgefragt. Kurz später standen dann aber die Kinder im Vordergrund. Bei der anstehenden Chorprobe legten sich die Kleinen extra ins Zeug. Und der seltene Besuch lauschte gespannt den ungewöhnlichen Stimmübungen.Nach einer kurzen Begrüßung durch Schulleiterin Ursula Schmitt, führten die beiden Viertklässler Caroline Möller und Justus Ahnefeld die Besucher durch ihre Schule.
Die Rentnerinnen waren von den Räumlichkeiten der Schule sichtlich beeindruckt. „Die Räume sind alle schön hell und sauber“, sagt Edith Britting (87). Besonders die moderne Ausstattung sorgte für großes Staunen. „Eine Couch und Computer in den Klassenräumen hatten wir nicht erwartet“, so Maria Ziegenhagen (81). Gleiches gilt wohl auch für die neuen, modernen Schulranzen. So einer wurde schnell zur Attraktion, jede wollte ihn einmal in den Händen halten. Spätestens als die Schüler die speziellen Freizeiträume präsentierten, kamen die Damen nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. „Bei uns gab es damals nur einen Klassenraum und den Hort“, sagt Gertrud Richter (98). Die „Niels-Stensen-Schule“ besitzt mehrere Spiel- und Bastelräume sowie einen Ruhe- und einen Bewegungsraum. Auch die Offenheit der Schüler begeisterte die Besucherinnen. Die Mädchen und Jungen hätten freundlich alle Fragen beantwortet, so Charlotte Helbig (86). Ihr Fazit: „Das ist eine Vorzeigeschule, wie man sie sich wünscht.“ Zum Abschluss gab es dann auch gleich eine Einladung zu einem Gegenbesuch im Altenheim. „Dann zeigen wir euch mal unser Haus“, so die strahlenden Bewohnerinnen.
von Daniel Elbing
