Festreden, Nägel schmieden und Pferderennen
Nägel schmieden mit dem Profi
Nägel schmieden mit dem Profi
Älteste katholische Schule Mecklenburgs in Schwerin feierte 275-jähriges Jubiläum. Vor 275 Jahren wurde die katholische Schule in Schwerin gegründet. Grund genug für die Niels-Stensen-Schule und den Schulverein zu einem besonderen Festakt in die Propsteikirche St. Anna einzuladen. Die Festakademie wurde durch eine Pontifikalvesper mit dem Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke eröffnet. Darauf folgten mehrere Grußworte durch Vertreter von Stadt, Land und Kirche sowie ein Festvortrag von Prof. Jürgen Rekus, einem renommierten Erziehungswissenschaftler von der Universität Karlsruhe.
Besonders beliebt war das Messer bauen
Besonders beliebt war das Messer bauen
Die Gäste aus der Politik hoben vor allem die hervorragenden Leistungen der Schule hervor. So sei die Erweiterung der Niels-Stensen-Schule als Konsequenz für die gute Arbeit der Schule zu sehen, sagte Staatssekretär Udo Michalik. Die Schule sei prägend für das Umland und wäre nicht mehr wegzudenken, so der stellvertretende Oberbürgermeister Dieter Niesen. Glückwünsche von allen evangelischen Gemeinden in Schwerin überbrachte Domprediger Albrecht Martins. Er hob vor allem die verbindenden Wurzeln und den gemeinsamen Bildungsauftrag der christlichen Schulen hervor. Für die Zukunft wünsche er sich eine noch engere Zusammenarbeit. Dann werde die 300-Jahresfeier vielleicht nicht mehr nur katholisch, so Martins. Festredner Jürgen Rekus betonte in seiner Ansprache die Wichtigkeit der christlichen Schulen als Alternative zu den staatlichen Bildungsstätten. Lobend äußerte er sich über die regelmäßig stattfindenden „Tage ethischer Orientierung“. Dadurch verbinde die Niels-Stensen-Schule in ihrer Lehre Wissen und Werte und präge so die Schüler für ihr Leben.
"Dosenschießen" mit der Armbrust
"Dosenschießen" mit der Armbrust
Während beim Festakt das Zuhören im Vordergrund stand, war das Schulfest am Samstagvormittag von Bewegung, Sport und Spiel geprägt. Schulbesichtigungen und Gesprächsrunden standen ebenso auf dem Programm wie Wikinger-Spielstationen mit Nägel schmieden und Messer bauen und das allseits beliebte Holzpferderennen. Höhepunkt bildete eine Aktion, bei der eine Menschenkette mit 275 Schülern, Eltern und Lehrern einen Ball durch ihre Reihen wandern ließ. Dieser gelangte von Groß zu Klein, bewegte sich auf und ab – wie die 275-jährige Geschichte der katholischen Kirche in Schwerin.
"275 Jahre - 275 Menschen"
"275 Jahre - 275 Menschen"
Die heutige Niels-Stensen-Schule wurde bald nach Gründung der Schweriner Missionspfarrei im Jahre 1735 eröffnet. In ihren Anfangsjahren beherbergte sie ein halbes Jahrhundert lang ein Internat, in dem begabte katholische Kinder aus ganz Nordeuropa auf ein Studium vorbereitet wurden. Nach dem Bau eines neuen Schulhauses auf dem Pfarrhof von St. Anna erfolgte um 1840 eine Trennung in Mädchen- und Knabenschule. In der Folgezeit entwickelt sie sich zur höheren Bürgerschule – heute vergleichbar mit einer Realschule. Wegen permanenten Widerstands gegen die Staatsideologie schloss das NS-Regime 1938/39 alle katholischen Schulen im Land. Die beantragte Wiedereröffnung nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht und der regierenden SED verweigert. Erst nach der Wende konnte die katholische Schule in Schwerin als "Niels-Stensen-Schule" 1994 wieder eröffnet werden. Seit 2006 umfasst die Schule, neben der Grundschule, zusätzlich eine Regionalschule und ein Gymnasium. Für die weiterführende Schule sollen noch dieses Jahr die Bauarbeiten für ein neues Schulgebäude beginnen. Autor: Daniel ElbingWas die Schüler an ihrer Schule schätzen
Johannes Keyser (8), 2a
Johannes Keyser (8), 2a
Mir gefällt die Niels Stensen Schule so gut, weil man viel Sport machen
kann. Ich bin in einer Sport-AG und in den Pausen kann man auf dem
großen Schulhof Fange und Abwurfball spielen. Heute war ich besonders
beim Dosenwerfen gut, ich habe fast alle getroffen.
Lukas Lang (10), 5b
Lukas Lang (10), 5b
Ich finde den fächerübergreifenden Unterricht an unserer Schule klasse.
Wir haben häufig Geschichte, Geographie und Biologie in einer Stunde
vernetzt. Dadurch versteht man viele Zusammenhänge sehr gut. Das ganze
nennt sich Marchtaler Plan. Ich freue mich schon auf unser neues
Schulgebäude, denn unser jetziges ist noch ein alter DDR-Bau.
Jana Suminski (7), 2b
Jana Suminski (7), 2b
Ich mag die Schule besonders wegen des großen Spielplatzes. Aber auch
die Räume sind schön und wir haben viele nette Lehrer. Am meisten freue
ich mich immer auf unsere Musik-AG, da spielen wir mit
Orff-Instrumenten. Das sind z.B Xylophon, Triangel und Schellen. Das
Fest heute gefällt mir auch gut – Ich habe mir schon ein Messer und eine
Schürze selbst gemacht.
Julian Littwien (7), 2a
Julian Littwien (7), 2a
Das Schulfest ist super. Beim Dosenschießen mit der Armbrust habe ich
schon viele goldene Steine gewonnen. Mit denen kann man sich hier Kuchen
und was zum trinken kaufen. An der Schule ist am besten, dass man so
viele verschiedene Sachen machen kann. Ich bin z.B im Chor und im
Orchester.
