Bernostiftung ist bundesweit Vorreiter
Eigenes Profil erfordert eigene Ausbildung: Die Schulen der Bernostiftung, hier in Rostock, rüsten sich für die Zukunft.
Eigenes Profil erfordert eigene Ausbildung: Die Schulen der Bernostiftung, hier in Rostock, rüsten sich für die Zukunft.
Katholische Schulen bilden ihre Referendare selber aus – das gibt es nur einmal in Deutschland
Das ist bislang einzigartig in Deutschland: Seit diesem Frühjahr können sich angehende Referendare direkt bei einem Schulträger bewerben – bei der Schweriner Bernostiftung. Der Träger der katholischen Schulen in Mecklenburg – künftig auch in Lübeck – beschreitet damit Neuland: Bislang stand die Referendar- Ausbildung allein in der Verantwortung der 16 Bundesländer.
Eine Öffnung der Schulgesetze in Mecklenburg-Vorpommern und eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land und der Bernostiftung macht diesen neuen Weg möglich. „Das bedeutet: Wir sind die Ersten, die selbstständig unsere Referendare aussuchen und einstellen können und sie speziell für den Bedarf an unseren Schulen ausbilden können“, erläutert Stiftungsdirektor Thomas Weßler.
Am Ende der Ausbildung steht das „Zweite Staatsexamen“, das vom Land Mecklenburg-Vorpommern abgenommen wird. Der Abschluss wird später in ganz Deutschland anerkannt.
Thomas Weßler verspricht sich von dieser Möglichkeit zwei Effekte: „Wir können wesentlich früher an die Lehramtsstudenten aus ganz Deutschland herantreten und bieten ihnen ein interessantes Angebot – eine Ausbildung, die speziell auf katholische Schulen zugeschnitten ist.“ Dieser Vorsprung könne sich als sehr nützlich erweisen: Denn der Bedarf an Nachwuchslehrern steigt. Schon jetzt sind gute Kräfte stark umworben. Der zweite Vorteil: „Wir können unsere Referendare wesentlich spezifischer auf unser eigenes Schulprofil ausbilden.“ Denn die Bernostiftung richtet ein eigenes Ausbildungsseminar für Referendare ein.
Derzeit laufen bereits Bewerbungsgespräche für Referendare, die im April ihren Dienst antreten sollen. Fünf Stellen seien maximal zu vergeben, sagt der Stiftungsdirektor. „Derzeit dauert das Referendariat in Mecklenburg-Vorpommern 16 Monate, untergliedert in drei Phasen. Nach einer Einführungsphase werden die neuen Kollegen im Unterricht eingesetzt und arbeiten zum Teil eigenverantwortlich – vom Unterrichten bis zu Elterngesprächen und Klassenkonferenzen“, erklärt Gert Mengel. Der Lehrer an der Rostocker Don- Bosco-Schule leitet als Studienleiter die Ausbildung. Als Pädagogik- Dozent an der Uni-Rostock und als Fachstudienleiter Geschichte hat er bereits Erfahrungen in der Ausbildung von Lehrern im Nordosten. „Die Tendenz geht im Land dahin, den Schulen mehr Verantwortung für die Ausbildung zu geben, davon können wir profitieren“, sagt Mengel. Auch er baut auf die Chance, die Nachwuchslehrer von Anfang an mit den Besonderheiten der christlichen Schule und des Konzepts der Bernostiftung vertraut zu machen. Individuelle Förderung, eigenverantwortliches Lernen, fächer- und klassenübergreifender Unterricht gehört neben dem christlichen Profil zu den Spezialitäten der Berno-Schulen. Hochschulabgänger, die ein Referendariat an einer der katholischen Schulen im Nordosten bekommen, haben gute Zukunftschancen. Die meisten Schulen der Bernostiftung befinden sich im Aufbau. Pro Jahr stellt die Stiftung zehn neue Lehrer ein. Inzwischen zählt sie 178 Beschäftigte.
(Quelle: Neue Kirchenzeitung)
